{"id":182,"date":"2016-06-29T21:03:23","date_gmt":"2016-06-29T19:03:23","guid":{"rendered":"http:\/\/theater-eugendorf.at\/?page_id=182"},"modified":"2019-11-24T12:32:52","modified_gmt":"2019-11-24T11:32:52","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/theater-eugendorf.at\/index.php\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<hr \/>\n<h3>Historie der Theatergruppe Eugendorf<\/h3>\n<p>Ein exakter Termin, wann in Eugendorf zum ersten Mal Theater im Sinne eines Bauern- und Volkstheaters gespielt wurde, l\u00e4sst sich nicht genau feststellen. Das Eugendorfer Heimatbuch berichtet von Auff\u00fchrungen, die Kinder von &#8222;Sommerfrischlern&#8220; aus Wien, M\u00fcnchen und Salzburg zum besten gaben, einem Kindertheaters also, das bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts Auff\u00fchrungen veranstaltet hat. Gespielt wurden M\u00e4rchenst\u00fccke wie &#8222;Dornr\u00f6schen&#8220;, &#8222;Schneewittchen&#8220; aber auch kleine Operetten.<br \/>\nEs ist m\u00f6glich, da\u00df die Eugendorfer dadurch zum Theaterspielen angeregt worden sind. Gespielt wurde gelegentlich im Saal beim Holznerwirt. Die ersten eigenen Inszenierungen von gr\u00f6\u00dferen Theaterauff\u00fchrungen gab es bald nach dem ersten Weltkrieg unter der Leitung von Lehrer Franz Bruckbauer und sp\u00e4ter durch Hans Matzinger, den langj\u00e4hrigen Kapellmeister der Trachtenmusikkapelle Eugendorf.<br \/>\nDas erste St\u00fcck wurde beim Stra\u00dfer Wirt gespielt, dann \u00fcbersiedelte die B\u00fchne in den r\u00fcckw\u00e4rtigen Saal im Obergescho\u00df beim Gastagwirt. Diese Zeit war die Bl\u00fctezeit des Melodrams, schwerer melancholischer St\u00fccke wie &#8222;Dorf ohne Glocke&#8220;, &#8222;Der M\u00fcller und sein Kind&#8220;, &#8222;Der Pfarrer von Kirchfeld&#8220;, &#8222;Das Leben ein Traum&#8220;, &#8222;Heimgefunden&#8220;, &#8222;Ahnenruhe&#8220;.<br \/>\nAkteure waren Hans Matzinger und seine Frau, Andreas Greiseder, Weber Rosi, Wagner Maridl, Frau Aichriedler, Frau Oitner, Stra\u00dferwirts Maridl, Frau Nu\u00dfdorfer, Toni Kaiser u. a. Durch die politischen Wirren der drei\u00dfiger Jahre kam der Theaterbetrieb zum Erliegen, lediglich das Kindertheater existierte noch, unter der Leitung vom Seiler Maridl.<br \/>\nNach dem Krieg erlebte das Volkstheater in Eugendorf abermals eine gro\u00dfe Bl\u00fctezeit. Unter der Leitung von Kooperator Simon Dietmann f\u00fchrten Mitglieder der katholischen Jugend ernste und heitere St\u00fccke auf.<br \/>\nEine neue B\u00fchne wurde beim RIDIA-Verlag in Ried gekauft, gespielt wurde im gro\u00dfen Saal beim Gastagwirt, der bis zum Umbau 1975 Spielst\u00e4tte der Eugendorfer Theatergruppen war. Die damals angekaufte B\u00fchne mit ihren auf Leinen gemalten B\u00fchnenbildern wurde beim Stra\u00dfentheater 1987 bei dem St\u00fcck &#8222;Die Brautschau&#8220; von Ludwig Thoma verwendet &#8211; Einige Titel der damals aufgef\u00fchrten St\u00fccke: &#8222;Erlenm\u00fcllerin&#8220;, &#8222;Gemeinderatssitzung&#8220;, &#8222;Brautwerbung&#8220;, &#8222;Heiratstermin&#8220;, &#8222;Dorfhexe&#8220; u. a.<br \/>\nGespielt haben Medard und Hans H\u00f6llbacher vom Lechnerbauern, Martin und Anna Neuhofer vom Gst\u00f6ttergut, Martin und Johann Fenninger vom M\u00f6dlhamerbauern, Matthais und Toni Gst\u00f6ttner vom Mauerergut, Felix und Georg FI\u00f6ckner vom Seilerbauern, Johann und Maria Haslauer vom Stefflbauern. Sollten Ihnen einige Namen aus den Theaterzetteln der letzten Jahre bekannt vorkommen, so liegt es daran, dass eben viele S\u00f6hne und T\u00f6chter dieser Leute in den letzten Jahren bei uns mitgespielt haben.<br \/>\n1953 wurde die Spieltradition der kath. Jugend unter der Leitung des damaligen Volksschuldirektors von Kraiwiesen, Robert Wintersteiger, fortgesetzt. Gespielt wurden abwechselnd heitere und tragische Werke wie &#8222;Ha\u00df und Liebe&#8220;, &#8222;Hoamatgl\u00f6ckl&#8220;, &#8222;Junggesellensteuer,. Spieler waren der Zenzen Martin sen., Florian Gschaider, Poschen Bert, Weber Hans, Garnayr Kathi, Schmied Sefa, Mali und Liesi Pinwinkler.<\/p>\n<p>Sehr beliebt waren in den f\u00fcnfziger- und sechziger Jahren die sogenannten &#8222;Familienabende&#8220; mit einer Mischung aus Blasmusik-, Gesangs- und Theaterdarbietungen, vorrangig Einakter oder Sketche wie &#8222;Giftsupp\u2019n&#8220;, &#8222;Gmoalump&#8220;, &#8222;Kreizkaspar auf Wallfahrt&#8220;. Veranstaltet wurden diese Familienabende von der Trachtenmusikkapelle Eugendorf.<br \/>\nNachdem Robert Wintersteiger Schulleiter im Dorf wurde, \u00fcbernahm kurzzeitig Pfarrer Schinwald die Betreuung der Theatergruppe, die nach wie vor unter der Patronanz der Kath. Jugend spielte. Zu dieser neuen Gruppe geh\u00f6rten: Felix K\u00fchleitner, Johann Strasser, Andr\u00e4 Wintersteller, Aloisia Sigl, Elisabeth und Anna Somrnerauer, Binder Lieserl, Franz und Rupert Kittl.<\/p>\n<p>Gespielt wurden abwechselnd ernste Volksst\u00fccke und Schw\u00e4nke. Einige Titel: \u201cS\u2019Mirl&#8220;, &#8222;Bergweihnacht&#8220;, &#8222;Die zwei Halbsch\u00f6nen&#8220;. Gegen Ende dieser \u00c4ra wurde die Spielleitung von Felix K\u00fchleitner \u00fcbernommen. Die n\u00e4chste Gruppe, wieder aus Leuten der kath. Jugend Eugendorf rekrutiert, setzte die Tradition fort. Von der Spielanlage war der Trend eindeutig zu Kom\u00f6dien und Lustspielen gegeben, die Regiearbeit wurde unter den Spielern aufgeteilt, was wegen der guten Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe auch funktionierte.<br \/>\nSt\u00fccke aus dieser Zeit: &#8222;Ferien am Bauernhof&#8220;, &#8222;Die Bruchm\u00fcllerbuam auf Brautschau&#8220; u. a. Gespielt haben: Manfred Weichenberger, Martin und Maria Somrnerauer, Monika Adlgasser, Sebastian Fl\u00f6ckner, Josef und Anni Kittl, Toni Knoll, Lotte Neuhofer u. a.<\/p>\n<p>Der Umbau des Gastagwirts f\u00fchrte zu einer Zwangspause, aber unmittelbar nach Fertigstellung des neuen Saales wurde von Lotte Neuhofer, der damaligen Leiterin der Landjugend Eugendorf, die Idee geboren, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Diesmal unter der Federf\u00fchrung der Landjugend Eugendorf. Die Spieler waren fast identisch mit der vorherigen Theatergruppe. Erstes St\u00fcck war &#8222;Die radikale Kur&#8220;, gefolgt vom &#8222;Preisgockel&#8220;.<br \/>\nNach dem Ausscheiden von Lotte Neuhofer aus der Landjugendf\u00fchrung kam es zu Meinungsverschiedenheiten mit der Vereinsleitung und in einer st\u00fcrmischen Sitzung wurde in beiderseitigem Einvernehmen die Gr\u00fcndung einer selbstst\u00e4ndigen Theatergruppe beschlossen. Die Leitung der Theatergruppe wurde von Manfred Weichenberger \u00fcbernommen, der in den n\u00e4chsten 20 Jahren auch meistens die Regie f\u00fchrte. Hauptschullehrer Peter Leeb wurde mit dem Erstellen des ersten neuen B\u00fchnenbildes beauftragt und im Laufe der Jahre wurden alle Einrichtungen geschaffen, die einen modernen und effektiven Spielbetrieb garantieren. <!--Folgende St\u00fccke wurden seither gespielt:\n\u201eWie der Huber Martl den Teufel \u00fcberlistete\u201c , unvergessen Sebastian Fl\u00f6ckner als Teufel,\n\u201eDie alten S\u00fcnder\u201c,\n\u201eS\u2018Dirndl von der Au\u201c bis jetzt einziges St\u00fcck mit Gesang,\nS\u2019Herz in der Lederhos\u2019n\u201c ,\n\u201eDie g\u2019mischte Sauna\u201c ,\n\u201eLiebe und Blechschaden\u201c  in Anwesenheit des Autors Hans Gnant,\n\u201eSt. Pauli in St. Peter\u201c erstes St\u00fcck mit Rudi Beisl,\n\u201eDein Auftritt Tante Frieda\u201c,\n\u201eDas rotseiderne H\u00f6serl\u201c,\n\u201eSo eine Landplage\u201c,\n\u201eDie Flurbereinigung\u201c,\n\u201eAlois, wo warst du heute Nacht\u201c,\n\u201eS\u00b4Herz am rechten Fleck\u201c,\n\u201eDie beiden Neffen aus der Schweiz\u201c,\n\u201eSo ein Zirkus\u201c,\n\u201eFerien am Bauernhof\u201c,\n\u201eLiebe gegen Finderlohn\u201c,\n\u201eAlles M\u00fcll oder net?\u201c,\n\u201eDie Heiratsanzeige\u201c,\n\u201eDas rosarote Nachthemd\u201c.\n--><\/p>\n<p>Seit 1995 spielt unsere Kindergruppe ein Weihnachtstheater beim \u201eEugendorfer d\u00f6rflichen Advent\u201c. Wir versuchen jedes Jahr ein St\u00fcck zu finden, das sich thematisch und ausstattungsm\u00e4\u00dfig von den bisherigen unterscheidet. Erw\u00e4hnenswert ist auch, dass wir immer bem\u00fcht sind neue Produktionen auf die B\u00fchne zu bringen. Spieler aus dieser \u00c4ra sind Franz Bacher, Toni Weierer jun., Rudi Beisl mit vielen Hauptrollen, Johann Gst\u00f6ttner, Elfriede Eisl, Georg Fl\u00f6ckner, Monika Karlsreiter, Monika Oberascher, Sandra Schlager, Guido Seidl, Elisabeth Wiedenhofer, Veronika Rettenbacher, Marianne Ziller und Markus Eder. Georg Brandtner, Alfons Gildner und Paul Rettenbacher als Techniker.<br \/>\nWalter Wimmer erstellt die B\u00fchnenbilder. Nicht zuletzt Anita Geiger als Kassier, f\u00fcr die Abendkasse und die Kartenreservierung.<\/p>\n<p>Zum 20. j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um wurde das St\u00fcck.\u201eAlois im Wunderland\u201c gespielt.<br \/>\nIn diesem Jahre hat Manfred Weichenberger sein Amt als Leiter der Theatergruppe Eugendorf zur\u00fcckgelegt und von der Gemeinde Eugendorf wurde seine T\u00e4tigkeit mit der Verleihung der silbernen Ehrennadel gew\u00fcrdigt. Die Vereinsleitung wurde von Johann Gst\u00f6ttner \u00fcbernommen und die erfolgreiche Arbeit nahtlos fortgesetzt.<br \/>\nPremiere feierte die neue Vereinsleitung mit dem St\u00fcck \u201eDer ledige Bauplatz\u201c Es bew\u00e4hrt sich die alte Mannschaft, jedoch zeichnet sich allm\u00e4hlich ein Generationenwechsel ab. Neue Spieler kommen dazu, andere h\u00f6ren auf. Alle jetzt aktiven Spieler und die unterst\u00fctzende Truppe finden Sie auf der Homepage.<\/p>\n<p>Sollten wir bei unseren Recherchen den einen oder anderen Spieler vergessen haben, so bitten wir um Nachsicht und sind f\u00fcr jede weitere Information dankbar. Ein besonderes Dankesch\u00f6n allen unseren Freunden, F\u00f6rderern und Inserenten.<\/p>\n<p><i>Verfasst\u00a0von Manfred Weichenberger &#8211; unter Verwendung von Ausz\u00fcgen aus dem<br \/>\n&#8222;Eugendorfer Heimatbuch&#8220; von Stiftspfarrer Andreas Radauer.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><br \/>\n<\/em><em>Text von<\/em><em>\u00a0Manfred Weichenberger anl\u00e4sslich des 40-Jahre Jubil\u00e4ums:<\/em><\/p>\n<p>Wie ich zur Eugendorfer Theatergruppe gekommen bin und was daraus geworden ist.<\/p>\n<p>Mein erster Kontakt zum Theater war in den sp\u00e4ten 1960 Jahren als die damalige Theatergruppe der Katholischen Jugend Eugendorf mich g\u2019fragt hat ob ich mitspiel\u2018n m\u00f6chte. Das St\u00fcck hat \u201eDie beiden Halbsch\u00f6nen\u201c von Franz Rieder g\u2019heiss\u2019n aus dem Rieder Verlag im bayrischen Wemding. Damals wurden nur St\u00fccke aus dem Rieder Verlag gespielt, man hat einfach keine anderen Verlage g\u2018kennt. Da ich auch damals schon gut gen\u00e4hrt g\u2019wesen bin, hab ich den Gro\u00dfvater\u2019n spielen d\u00fcrfen, mit aufgeklebtem Schnurbart. Bei einer B\u00fchnenrauferei wo ich die beiden Halbsch\u00f6nen zu trennen g\u2019habt hab, bin ich sehr heftig zwischen die beiden geraten und mein Schnurbart ebenfalls. Die haben mir meinen Schnurbart so demoliert und der sich gel\u00f6st hat. Verzweifelt hab ich versucht den Bart mit einem Blumenstrau\u00df, den ich in der Hand halten musste irgendwie im Gesicht festzuhalten, bis ich ihn w\u00fctend und furchtbar ang\u2019fressen in Richtung B\u00fchnenausgang geschmissen hab. D\u00f6 Leut hat\u2019s gfall\u2018n mir weniger. Soweit meine ersten Gehversuche.<\/p>\n<p>Der damalige Theatersaal war beim Gastagwirt im ersten Stock wenn man hinaufgeht auf der linken Seite, war in erster Linie Hochzeitsaal, Ballsaal, Veranstaltungssaal und einmal im Jahr wurde Theater gespielt. Die alte Wirtin; so wird erz\u00e4hlt; hat schon amoal &#8211; wenn die jungen Buam zu hitzig worden sind &#8211; selbige \u00fcber die Stiege ob\u00f6 bef\u00f6rdert. Der alte Wirt der eher von schm\u00e4chtiger Statur war, der hat sich da herausgehalten, is lieber Haselnuss brocken gegangen und hat fantastische Torten gemacht. Er war ein gl\u00fchender Verehrer des Theaters, an sein \u201eH\u00e4h\u00e4h\u00e4\u201c erinnere ich mich noch heute gern.<\/p>\n<p>Durch den Umbau des alten und den Bau eines neuen Saales wurde das Theaterschaffen je unterbrochen und erst durch die damalige Landjugendchefin Lotte Neuhofer Mitte der 70er Jahre wieder belebt und auch ehemalige Spieler aus der \u201ealten\u201c Theatergruppe jetzt als \u201eGastspieler\u201c fungierten, keine Landjugendmitglieder waren aber die Auff\u00fchrungen im Wesentlichen getragen haben.<\/p>\n<p>Das Premierenst\u00fcck war \u201eDie radikale Kur\u201c eine Art eingebildeter Kranker auf Bauerntheater. Ich durfte die Hauptrolle, den Bauern, spielen und die Lotte durfte in Ihrem Zorn ein Teller auf meinem Kopf zerteppern.<\/p>\n<p>Als eingebildeter Kranker hatte ich den Kopf eingebunden unter dem Verband war ein Metallb\u00fcgel mit aufgeschwei\u00dfter Naht, damit das Teller wunschgem\u00e4\u00df in tausend Scherben zerbricht und ich stilvoll in Ohnmacht fallen kann. Es gibt ein Foto wo die Scherben wie ein Heiligenschein um mein Haupt kreisen.<\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrungen waren ein voller Erfolg und wir Nichtlandjugendmitglieder durften beim Landjugend- ausflug kostenfrei mitfahren aber wir f\u00fchlen uns nicht so gut aufgehoben und so entstand der Wunsch nach einer eigenen Theatergruppe. Zudem war auch die Lotte nicht mehr das Bindeglied, sie ist zwischenzeitlich ins Ausland gegangen. Das Ganze ist dann soweit ausgeufert, dass wir bei einem Premierenessen alles ang\u2018schafft haben was gut und teuer gewesen ist. Der Hias hatte uns beraten, no na net. Wir haben \u201eChato Briand\u201c gegessen, warmen \u201eCognak\u201c im Schwenker getrunken und der damalige Landjugendkassier der Josef Reitsamer vom Anzerberigerbauern is mit einem Paarl W\u00fcrschtl da gesessen und hat zuschauen m\u00fcssen wie wir seine oder unsere Einspielergebnisse einfach zamg\u2018fressen hab\u2019n. Mit jeder weiteren K\u00f6stlichkeit die aufgetragen worden ist ist auch sein Gesicht l\u00e4nger worden. Also die Zust\u00e4nde waren unbefriedigend bis skandal\u00f6s.<\/p>\n<p>(Die folgenden Vorg\u00e4nge sind bisher nur wenigen Personen vertraut oder bisher anvertraut worden.)<\/p>\n<p>Wir \u00fcberlegten also wie wir die ungl\u00fcckliche Liaison\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 beenden k\u00f6nnte. Bei einer denkw\u00fcrdigen Sitzung beim damaligen Landjugendf\u00fchrer Rupert Greisberger; der noch dazu Sohn vom B\u00fcrgermeister war; trugen wir unser Anliegen vor. Ich hatte mir nach langem Gr\u00fcbeln folgende Taktik \u00fcberlegt. Es hat keiner was davon wenn wir im Zorn auseinander gehen. Wir wollten die Landjugendf\u00fchrung \u00fcberzeugen, dass das Angebot des Vereins so vielf\u00e4ltig ist, dass dieses \u201eTheater\u201c ja gar nicht dazu passt, und man uns doch ziehen lassen m\u00f6ge. Jedenfalls ging die Taktik auf und man ging ab 1978 getrennte Wege.<\/p>\n<p>Die Spielsaison 1979 sollte die erste als eigenst\u00e4ndige Theatergruppe sein. Als sichtbares Zeichen der Selbstst\u00e4ndigkeit hat der Gruber Robert einen Kranzladen mit der Aufschrift \u201eTheatergruppe Eugendorf\u201c geschitzt, der heute noch \u00fcber der B\u00fchne trohnt. Auch ein neuer Vorhang musste her, aber die Kassen waren leer. Die Weberei \u201eMiesenberger\u201c in der Ignaz-Harrer-Strasse sollte uns den liefern. Wir wollten uns als das pr\u00e4sentieren was wir waren. Ein kleiner mitteloser Theaterverein der einen Vorhang brauchte. Das ging auch gut bis die \u201eChristine Eisl\u201c Bauerstochter von Gumis\u00f6l sich nicht mehr zur\u00fcckhalten hat k\u00f6nnen und heraust\u00f6nt hat \u201eGeld spielt keine Rolle\u201c. Ich dachte mich trifft der Schlag. Wir hab\u2018n uns dann trotzdem auf einen moderaten Preis einigen k\u00f6nnen und der Premiere ist nichts mehr im Wege g\u2019standen.<\/p>\n<p>\u201eWie der Huber Mart\u2019l den Teufel \u00fcberlistete\u201c von Franz Rieder aus dem Rieder Verlag, welch ein Zufall, mit Blitz und Donner, einem Taschenfeitel aus dem (Theater)blut tropft ist, einen Teif\u00f6 der auf die B\u00fchne springt, (der Schneiderbauern Wastl) das alles hat den neuen Geist gezeigt und den Leuten hat\u2019s gefallen.<\/p>\n<p>Die Theatergruppe Eugendorf war aus der Taufe gehoben. Der Wastl war ein Naturtalent er hat in dem St\u00fcck \u201es\u2019Herz in der Lederhosn\u201c wo er als selbsternannter Advokat den von Eifersucht geplagten Grossvater\u2018n beraten hat, einen Stapel B\u00fccher, einen Meter hoch, hereingetragen, auf den Boden geknallt, ohne ihn umzuschmei\u00dfen und unsere Souffleuse, die Egger Anita ist in einer Wolke Staub in ihrem Kasten gesessen und hat weder was gesehen noch eine Luft gekriegt. Das f\u00fchrte dazu, dass die Anita sich standhaft weigerte wieder in den Souffleurkasten zu steigen und wir ab da ohne \u201eEinsagerin\u201c spielten. Wennst dein Text net kannst, brauchst eh net Theaterspieln\u201c.<\/p>\n<p>Nur ein einziges Mal sind dem Wastl sein B\u00fccherturm umgefallen, ausgerechnet als wir das St\u00fcck aufgezeichnet haben. Der ber\u00fchmte Vorf\u00fchreffekt. Mir haben ja damals schon unsere Auff\u00fchrungen aufzeichnen kinna., da haben uns viele andere Gruppen beneidet, aber es war a so. Wenn ich von Naturtalenten rede, komm ich an dem Lechner Medard nicht vorbei. Nicht nur ich hab ihn beneidet, der Kerl brauchte nichts zu tun, machte seinen Schabernack und das Publikum lag ihm zu F\u00fcssen. Im St\u00fcck \u201eDas Dirndl von der Au\u201c, bei dem wir auch gesungen haben, begleitet hat uns die Seppenbauernmusi aus Seekirchen, sollte er als Geist erscheinen, versteht das Codewort \u201eSchmarrn\u201c falsch und versemmelt die Aktion, Die Leute haben gebr\u00fcllt. Im 3. Akt mussten sich die Wokaun Sigrid und die Gst\u00f6ttner Maria, Schwester vom Losser Hansi, wegen Juckpulverbefall kratzen, mit dem Erfolg, das es das Publikum auch pl\u00f6tzlich juckte, man glaubt es nicht aber das funktioniert.<\/p>\n<p>Wir haben grad in den ersten Jahren ein recht gutes H\u00e4ndchen bei der St\u00fcckauswahl gehabt, was dem Bekanntheitsgrad und der Beliebtheit der Theatergruppe sehr f\u00f6rderlich war. F\u00fcr die Spielsaison 1983 entdeckten wir das St\u00fcck \u201eDie g\u2019mischte Sauna\u201c von Ridi Walfried. Ich hatte im Tirolerischen ein Plakat gesehen. Die Dorfhonor-atioren wollen den Fremdenverkehr ankurbeln und zu dem Zweck unbedingt eine gemischte Sauna besuchen. Eine F\u00fclle von komischen Situationen, klasse Dialoge, alles vom Feinsten.. Bei der Premiere sa\u00df ein junger Redakteur vom Studio Salzburg in der ersten Reihe. Roland Adrowitzer mit Namen und er amisierte sich k\u00f6stlich. Am Montag fr\u00fch kam sein Bericht im Morgenmagazin, wo er uns \u00fcber die Massen lobte und die Ausschnitte taten ihr \u00dcberiges. Die Folgen waren jenseits unserer Vorstellungskraft. Am Mittwoch war der Saal gerammelt voll, die Leute kamen aus Gmunden, aus dem Innviertel, aus Innergebirg, aus der Stadt, Personen die mit dem Bauerntheater eigentlich gar nichts zu tun hatten. Einer legte seinen Mantel auf den Sitz, der n\u00e4chste tat ihn weg, wir hatten damals noch keine Platzreservierung. Dann fragten alle nach dem Verantwortlichen, das war dann ich und beschwerten sich \u00fcber den Verbleib ihrer Kleidungsst\u00fccke.. Einer zeigte uns an, weil wir keine Feuerwehr im Saal hatten. Es kamen so viele Leute, dass Stammbesucher keinen Platz mehr hatten und ver\u00e4rgert nach Hause fuhren. Es ging drunter und dr\u00fcber. Am 2 Samstag waren uber 400 Personen im Saal, die B\u00e4nke bis zur Decke gestapelt, alle wollten die gemischte Sauna sehen.<\/p>\n<p>Durch den knapp gesteckten Zeitrahmen beim Gastagwirt konnten wir auch nicht verl\u00e4ngern, trotzdem waren wir in aller Munde. Eine tolle Erfahrung auch f\u00fcr den Losser Hansi und die Eisl Elfriede die damals zum ersten Mal spielten.<\/p>\n<p>Wir lernten auch Theaterst\u00fcckautoren kennen. Zum Beispiel den Hans Gnant aus dem Salzkammergut. Seitdem weis ich dass das Redh\u00e4user sind und man den Text etwas zusammenstreichen muss. Speziell dann wen die Herren Akt\u00f6re auf der B\u00fchne langatmig Sachen erz\u00e4hlen, die vorher eh schon alle gesehen haben.<\/p>\n<p>Den Beisl Rudi k\u00f6derten wir mit dem St\u00fcck \u201eSt. Pauli in St. Peter\u201c 1985 als Fischerknecht Bonifaz.<\/p>\n<p>Auch der Landesverband wurde auf uns aufmerksam, wir spielen ja unter seiner Patronanz und brauchen nicht als Verein gemeldet zu sein. Bei einer Jahreshauptver-sammlung eben dieses Landesverbandes beim Gastagwirt wurde der gesamte Vorstand ausgewechselt. Auch da ging es drunter und dr\u00fcber. Wir versuchten uns auch weiterzubilden im Bezug auf Inzenierung, Bearbeitung des St\u00fcckes und taten Dinge, die wir uns vorher nicht zugemutet h\u00e4tten. Rollen hineinschrieben zum Beispiel. Aus einem Berliner Polizeikommissar machten wir einen Wiener Kieberer, der Schimpanski hies und der mir lange nachgeh\u00e4ngt ist.<\/p>\n<p>Eine ungl\u00fcckliche Tradition war der Brauch bei der letzten Auff\u00fchrung den Kollegen einen \u201eTuck\u201c anzutun. Der Lechner Markus war bekannt daf\u00fcr. Der Beisl Rudi, der Weierer Toni und meine Wenigkeit sassen in einer Szene bei \u201es \u2019Herz am rechten Fleck\u201c und mussten unseren Pudding auf das h\u00f6chste loben, der war aber versalzen wie die Sau, das hat richtig keinen Spass gemacht und ich hab das dann auch abgestellt.<\/p>\n<p>Es g\u00e4be noch viel zu erz\u00e4hlen, der Bacher Franz mit dem Beisl Rudi in vielen Rollen unter anderem in den \u201eBeiden Neffen aus der Schweiz\u201c eine wunderbare Verwechslungs- k\u00f6m\u00f6die.<\/p>\n<p>Auch ausserhalb der \u00fcblichen Theaterarbeit haben wir uns engagiert, wie mit dem Kindertheater, Auff\u00fchrung des Einakter\u2018s \u201eDie Brautschau\u201c von Ludwig Thoma beim<strong> 1250 <\/strong>Jahr Jubil\u00e4um der Gemeinde Eugendorf im Jahr 1987. Da hatten wir auch ein wunderbares Interview mit dem Sepp Forcher. Ein selbst geschriebener Einakter bei einem Kennenlernabend in der Turnhalle Thema Einheimische und Zuagroaste, mit dem Titel \u201eLandleben\u201c\u00a0 Szenenauschnitt:<\/p>\n<p>Einheimischer: I wa an Zuasogn do<\/p>\n<p>Zuagroast\u00f6:\u00a0\u00a0 Danke, wir kaufen nichts<\/p>\n<p>Eine Geschichte noch zum Schluss. Bei dem St\u00fcck \u201eLiebe gegen Finderlohn\u201c kommen wir am Freitag hinter die B\u00fchne und es herrscht das Chaos. Schminksachen sind ge\u00f6ffnet verschmiert, Zwei Tropenh\u00fcte die f\u00fcr die Inszenierung gebraucht werden sind demoliert und zerfranst. Was ist los? Dann kommt der Fritz und kl\u00e4rt uns auf. Der Gastager Hund und die T\u00f6chter des Hauses waren los. Die Dirndl\u2018n sind \u00fcber die Schminksachen gekommen, d\u00f6 haben g\u2018sund ausgschaut, und der Bonnie hat die Tropenhelme zusammengefressen. Wir haben unsrem Publikum das erkl\u00e4rt und die restlichen Vorstellungen mit Tropenhelmfragmenten gespielt. Als wir die Helme beim Kost\u00fcmverleih zur\u00fcckgegeben haben, und unser Missgeschick geklagt haben, da haben die so gelacht, wir mussten auch keine zus\u00e4tzlich Zahlungen leisten. D\u00f6 Helm hat halt der Hund g\u2018fressen.<\/p>\n<p>Als ich 1999 mit \u201eAlois im Wunderland\u201c aufgeh\u00f6rt habe tat ich das in der Hoffnung dass das zarte Pfl\u00e4nzchen das 1979 ges\u00e4t worden ist, viele Jahre bl\u00fcht und gedeiht und das funktioniert gut wie es aussieht, Wen jemand einmal die Theaterluft geschnuppert hat, den l\u00e4sst dieses Feeling lange nicht mehr los.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Aufgeschrieben von Manfred Weichenberger im Juni-Juli 2019 anl\u00e4sslich des 40-Jahre Jubil\u00e4ums der Theatergruppe Eugendorf\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Historie der Theatergruppe Eugendorf Ein exakter Termin, wann in Eugendorf zum ersten Mal Theater im Sinne eines Bauern- und Volkstheaters gespielt wurde, l\u00e4sst sich nicht genau feststellen. Das Eugendorfer Heimatbuch berichtet von Auff\u00fchrungen, die Kinder von &#8222;Sommerfrischlern&#8220; aus Wien, M\u00fcnchen und Salzburg zum besten gaben, einem Kindertheaters also, das bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts Auff\u00fchrungen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/theater-eugendorf.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/182"}],"collection":[{"href":"https:\/\/theater-eugendorf.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/theater-eugendorf.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theater-eugendorf.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/theater-eugendorf.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=182"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/theater-eugendorf.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":398,"href":"https:\/\/theater-eugendorf.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/182\/revisions\/398"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/theater-eugendorf.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}